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Es gibt die unterschiedlichsten Schmierfette mit den verschiedensten Konsistenzen. Je nach Festigkeit kommen sie in mannigfachen Anwendungsgebieten zum Einsatz. Während feste Schmierfette an der Schmierstelle haften und diese abdichten sollen, werden flüssigere Schmierfette eher eingesetzt, um den Arbeitsablauf der entsprechenden Anlage geschmeidig und damit störungsfrei zu halten.

Was bedeutet NLGI-Klasse?

Die Konsistenz von Schmierfetten wird anhand eines Penetrationsverfahrens nach DIN 51818 – auch Walkpenetration oder Konuspenetration genannt – durch das US National Lubricating Grease Institute (NLGI) ermittelt. Dabei wird die Spitze eines Prüfkegels auf die Oberfläche des Schmierfetts gelegt.
Um das Schmierfett zu klassifizieren, wird gemessen, wie weit der Kegel bei 25 °C innerhalb von 5 Minuten in das Fett eintaucht. Die Messwerte werden in 0,1 mm angegeben. Insgesamt gibt es neun der sogenannten NLGI-Klassen, die mit der Klasse 000 beginnen und mit Klasse 6 enden.

Einteilung der NLGI-Klassen

Insgesamt gibt es neun NLGI-Klassen, die angeben wie flüssig, weich, steif oder hart das klassifizierte Schmierfett ist. Grob lassen sich diese NLGI-Klassen in 3 verschiedene Kategorien unterteilen, die sich jeweils auf die Konsistenz beziehen und beschreiben, wofür das Schmierfett benutzt wird.

Fließfette

Fließfette werden zur Schmierung von offenen und geschlossenen Getrieben wie auch Zentralschmieranlagen verwendet. Dabei müssen flüssige Schmierstoffe häufig großem Druck standhalten. Die festeren Fließfette eignen sich zum Teil auch für Wälzlager.
Die Eindringtiefe des Prüfkegels in Fließfett ist besonders tief. Solche Schmierfette werden in folgende NLGI-Konsistenz-Klassen unterteilt:

  • NLGI-Klasse 000 – Eindringtriefe 445 bis 475 (sehr flüssig)
  • NLGI-Klasse 00 – Eindringtiefe 400 bis 430 (flüssig)
  • NLGI-Klasse 0 – Eindringtiefe 355 bis 385 (halbflüssig)

Die Eindringtiefe, wie oben bereits beschrieben, bezieht sich auf Zehntelmillimeter und entspricht somit in der Klasse „000“ 44,5 mm bis 47,5 mm. In unserem Sortiment finden Sie verschiedene Abschmiergeräte und Fettpressen, die Fließfette befördern können.

 

 

Mehrzweckfette

Wie der Name vermuten lässt, lassen sich Mehrzweckfette nahezu universell für Maschinenteile von Landmaschinen, Fahrzeuge und Baumaschinen einsetzen. Diese Schmierfette sind häufig sehr temperaturbeständig, dichten gut ab und weisen eine mittlere Konsistenz auf. Mehrzweckfette schmieren u.a. Wälzlager, Gleitlager, Gelenke und Radnaben.
Die Eindringtiefe ist geringer als bei Fließfetten und lässt sich ebenfalls in Konsistenzklassen unterteilen:

  • NLGI-Klasse 1 – Eindringtriefe 310 bis 340 (sehr weich)
  • NLGI-Klasse 2 – Eindringtiefe 265 bis 295 (weich)
  • NLGI-Klasse 3 – Eindringtiefe 220 bis 250 (halbfest)

Häufig entsprechen Schmierfette für Standardanwendungen der NLGI-Klasse 2. Die Akku Fettpresse von Mato wird mit Kartuschen unter anderem für die Klasse 2 befüllt und schmiert professionell bewegliche Maschinenteile ab.

 

 

Steife Schmierfette / Blockfette

Feste und sehr feste Schmierfette sind interessant für das Schmieren von Wasserpumpen und teilweise für Wälzlager. Ansonsten finden Schmierfette ab NLGI-Klasse 5 fast nur Verwendung als Blockfett und sind daher für Maschinen und Fahrzeuge eher uninteressant.

  • NLGI-Klasse 4 – Eindringtiefe 175 bis 205 (fest)
  • NLGI-Klasse 5 – Eindringtiefe 130 bis 160 (sehr fest)
  • NLGI-Klasse 6 – Eindringtiefe 85 – 115 (hart)

Wie werden Schmierstoffe hergestellt?

Im Vergleich zu Schmierölen bestehen Schmierfette aus den 3 Komponenten Grundöl, Verdicker und Additive, die einen großen Einfluss auf die Einteilung in eine NLGI-Klasse haben.
Das Grundöl kann einen Anteil von bis zu 95 % des Schmierfetts ausmachen. Das Öl ist dazu da, die Reibung zwischen beweglichen Maschinenteilen zu reduzieren. Die Viskosität und die Temperaturbeständigkeit sind wichtige Faktoren für die Eigenschaften des Schmierfetts.
Verdicker ergänzen das Grundöl. Die Verdickungsmittel bildet die Struktur des Schmierfetts, die sogenannte Matrix. Auf diese Weise wird das Öl zusammengehalten und erst bei Verwendung aus der Matrix gepresst. Je nach NLGI-Klasse ist die Matrix weicher oder härter. Schmierfette mit unterschiedlichen Verdickern sollten zudem nicht miteinander vermischt werden. Anderenfalls können Beschädigungen der Maschine die Folge sein.
Additive erhöhen die Schmierfähigkeit des Öls und bilden einen zusätzlichen Rostschutz.

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Schmierfett mit der passenden NLGI-Klasse auswählen

Bevor Sie Ihre Anlage oder Maschine schmieren, prüfen Sie welche NLGI-Klasse Sie tatsächlich benötigen, um den Verschleiß langfristig gering zu halten und Reparaturkosten zu vermeiden. Denn die Wahl des korrekten Schmierfetts ist mindestens so wichtig wie das regelmäßige Abschmieren selbst.

Nach dem Schmierfett, das zum Einsatz kommt, richtet sich unter anderem auch, welche Fettpresse genutzt werden kann. Nicht jede Fettpresse ist für jedes Schmierfett geeignet. In der Regel gibt die Betriebsanleitung hierüber Aufschluss. Es gibt durchaus sehr vielseitige Fettpressen, die gleich mehrere NLGI-Klassen umschließen. Hier sei etwa die stationäre Fettpresse Fettpumpe PIUSI Booster 60 aus unserem mr-shop genannt, der selbstverständlich noch viele weitere Exemplare zu bieten hat.