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Ölpumpen finden in vielen Branchen Anwendung, zum Beispiel in Werkstätten oder in der Landwirtschaft. Besonders populäre Modelle sind der Viscomat 70 und Viscomat 200 vom italienischen Spezialisten PIUSI. Sie ermöglichen die kontrollierte Entnahme des Schmierstoffs direkt aus dem Lagerfass. Um ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern, stellen wir kurz dar, worin sich die Ölpumpen unterscheiden.

Öl-Viskosität ist entscheidendes Auswahlkriterium

Zwei beliebte Ölpumpenmodelle von PIUSI fallen in die technische Kategorie der Verdrängerpumpen. Zum einen ist das der Viscomat 70, der mit einer selbstansaugenden Flügelzellenpumpe arbeitet. Dem gegenüber steht der Viscomat 200, der mit einer Zahnradpumpe ausgestattet ist. Welche die für Sie passende Ölpumpe ist, hängt wesentlich von der sogenannten Viskosität des Öls ab, das sie fördern möchten.

Was bedeutet Viskosität?

Die Viskosität bezeichnet das Fließverhalten von Flüssigkeiten, in diesem speziellen Fall Öl. Hierbei gilt die Regel: je höher der Viskositätswert, desto zähflüssiger ist das Öl – ein anschauliches Beispiel ist Motorenöl. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein sehr dünnflüssiges Öl wie leichtes Heizöl eine niedrige Viskosität besitzt. Wie viskos das von Ihnen genutzte Öl ist, können Sie einem Datenblatt entnehmen, das von dem jeweiligen Hersteller – so auch PIUSI – zur Verfügung gestellt wird. Angegeben wird die sogenannte kinematische Viskosität dort in der Einheit centiStoke (cSt) bzw. in mm²/s, wobei Wasser den cSt-Wert 1 besitzt. Schnellfließender ist beispielsweise Aceton mit einem cSt von 0,3, während Getriebeöl bei 90 cSt liegt. Eine andere Messmethode ist die dynamische Viskosität, die jedoch die Dichte der jeweiligen Flüssigkeit nicht berücksichtigt. Die dynamische Viskosität wird meistens in der Einheit Millipascalsekunde (mPas), oder früher Zentipoise (cP) angegeben.

Der Einfluss der Umgebungstemperatur auf die Viskosität

Die Viskosität eines Öls oder einer anderen Flüssigkeit ist abhängig Umgebungstemperatur. Je höher diese ist, desto dünnflüssiger wird das Medium, bei sinkenden °C-Werten hingegen wird es zäher. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Förderleistung der Ölpumpe. Wird sie häufig im Außenbereich bei starkem Sonnenlicht oder frostigen Temperaturen eingesetzt, kann das Fließverhalten des Öls und somit die Fördermenge deutlich vom angegebenen Messwert abweichen. Dieser Umstand sollte bei der Wahl der Ölpumpe berücksichtigt werden, um das System nicht schädigen. Die größte Herausforderung stellt dar, wenn das Ölfass mit der Pumpe ständig stark wechselnden Umgebungstemperaturen ausgesetzt ist. Hier bietet es sich an, eine mobile Ölzapfstelle wie den Viscotroll 70 oder Viscotroll 200 zu wählen. Ihre Pumpsysteme entsprechen denen der Viscomat-Schwestermodelle. Jedoch sind sie um einen passenden Trolley erweitert, um das Fass bei Nichtnutzung in eine Position mit gleichbleibend moderater Umgebungstemperatur (z. B. Innenraum) verschieben zu können.

Flügelzellenpumpe oder Zahnradpumpe?

Wie eingangs erwähnt, unterscheiden sich der Viscomat 70 und Viscoamt 200 sowie deren Viscotroll-Ausführungen durch ihre unterschiedlichen Pumpprinzipien. Sowohl die Flügelzellenpumpe als auch die Zahnradpumpe fallen zwar unter die Kategorie Verdrängerpumpen. Gleichzeitig gibt es technische Unterschiede, die wir Ihnen kurz darlegen möchten.

Das Prinzip der Flügelzellenpumpe

Flügelzellenpumpen wie der Visocmat 70, die auch unter der Bezeichnung Drehschieberpumpen laufen, haben einen exzentrischen Rotor, um den zwei Flügel herumlaufen. Sie befinden sich in einem Zylinder und werden mit Hilfe von Druck gegen dessen Innenwände gepresst. Durch die Bewegung des Rotors ändert sich das Volumen in den Zwischenräumen. Steigt das Volumen, so wird Öl angesaugt, sinkt es, so wird Öl herausgedrückt. Dieser Vorgang erfolgt wechselweise. Flügelzellenpumpen arbeiten grundsätzlich sehr effizient und relativ geräuscharm. Hinzu kommen die Vorteile, dass sich das Fördervolumen regulieren lässt und sogar eine beidseitige Förderung möglich ist. Allerdings neigen sie zum Verschleiß und müssen entsprechend regelmäßig gewartet werden. Besonders bei zähflüssigen Ölen, die mit hohem Druck gefördert werden müssen, sind Zahnradpumpen deshalb häufig die sinnvollere Wahl.

Das Prinzip der Zahnradpumpe

Bei einer Zahnradpumpe, wie sie der Viscomat 200 vertritt, greifen zwei Zahnräder innerhalb eines Gehäuses ineinander. Sie werden von einem  Motor angetrieben, wodurch ein Druck entsteht, der das Öl komprimiert und ansaugt. Die Förderkammer bildet sich jeweils zwischen zwei Zähnen, die das Öl von der Saug- zur Druckseite befördern, komprimieren und schließlich herauspressen. Zahnradpumpen punkten mit einer hohen Dosiergenauigkeit, einem niedrigen Preis und kommen, wie schon erwähnt, vor allem mit hohen Drücken gut zurecht. Dafür besitzen sie im niedrigen Druckbereich häufig einen schlechten Wirkungsgrad, die Pumprichtung lässt sich nicht umkehren und die Geräuschemission kann beträchtlich sein.

Die PIUSI-Ölpumpen Viscomat 70 und Viscomat 200 im Detail

Der PIUSI Viscomat 70

Viscomat 70 Ölpumpe

Der Viscomat 70 ist für Öle mit einer Viskosität bis maximal 500 cSt geeignet, also für dünn- bis mittelflüssige Hydraulik-, Motoren-, Getriebe- oder Pflanzenöle.

Diese lassen sich bei einem maximalen Förderdruck von 6 bar in einer Geschwindigkeit von 25 l/min bis auf eine Höhe von 3,5 m aus dem Fass befördern. Das gusseiserne Pumpengehäuse gewährleistet dabei eine hohe Stabilität und lange Lebensdauer. Das Öl sollte jedoch möglichst frei von Verunreinigungen sein, da sonst ein Pumpenflügel beschädigt werden kann. Ein Tausch der Acetalharz-Flügel im Schadensfall allerdings möglich. Zudem ist der 2″-Anschuss für 200-Liter-Ölfässer neben einem Rückschlagventil mit einem Sieb ausgestattet, sodass grobe Partikel nicht in das Pumpengehäuse gelangen können.

Angetrieben wird die Ölpumpe durch einen 230-V-Elektromotor, der mittels eines Steckerkabels einfach über eine Haushaltssteckdose mit Spannung versorgt wird. Im Lieferumfang enthalten sind ein Saugrohr, ein ölfester Abfüllschlauch in 4 Metern Länge, eine  manuelle Zapfpistole sowie optional ein mechanisches Zählwerk.

Der PIUSI Viscomat 200

Viscomat 200 Fasspumpe f ur Ol

Etwas anders verhält es sich mit dem Viscomat 200. Er arbeitet mit einer Zahnradpumpe, die aus Sinterstahl besteht und zusammen mit dem Pumpenkörper aus druckgegossenem Aluminium einen Förderdruck von 12 bar aufbaut. So ist es möglich, auch dickflüssige Öle aller Art bis 2000 cSt mit 9 l/min bis auf eine eine Höhe von 2 m zu pumpen.

Angetrieben wird die Ölpumpe von einem 800-W-Motor, der ebenfalls mit der haushaltsüblichen Spannung von 230V stromversorgt wird und ein ausreichend langes Kabel mit Schukostecker mitbringt. Ein integriertes, einstellbares Bypass-Ventil gewährleistet, dass das selbst bei einem verstopften Hauptweg weiterhin Öl gefördert werden kann. Damit das möglichst gar nicht nicht passiert, ist im 2″-Fassanschluss ein Sieb integriert, der die gröbsten Schmutzstoffe aufhält.

Grundsätzlich arbeitet der Viscomat 200 trocken-selbstansaugend, wobei neben einem 85 cm langen Saugrohr auch ein 4 Meter langer Abgabeschlauch sowie eine passende Zapfpistole inklusive Halterung zum Lieferumfang gehören. Bei Bedarf können Sie das digitale PIUSI-Zählwerk K400 gleich mitbestellen.

Die mobilen Ausführungen Viscotroll 70 und Viscotroll 200

Wie bereits angedeutet, können Sie die Viscomat-Modelle auch in einer fahrbaren Ausführung unter der Bezeichnung Viscotroll erhalten, um die Ölfässer inklusive des jeweiligen Pumpsystems an eine anderen Ort verschieben zu können. Beispielsweise, um sie vor der direkten Sonne sowie frostigen Temperaturen zu schützen. Oder weil sie den Schmierstoff direkt zu einem Fahrzeug oder zu einer Maschine bringen müssen.

In den technischen Eigenschaften der Ölpumpen entsprechen der Viscotroll  70 und Viscotroll 200 den Vicsomat-Schwestermodellen. Lediglich wurde der Ansaugstab durch einen ölfesten 1,5-Meter Saugschlauch ersetzt, da das Pumpsystem nicht mehr direkt in die Spundöffnung des Fasses geschraubt wird. Stattdessen befestigt man sie auf der Montageplatte jener Vorrichtung, die den entscheidenden Viscotroll-Vorteil ausmacht: Den Trolley – also Transportrollwagen. Er besteht aus einer ebenso robusten wie leichtgewichtigen Stahlrohrkonstruktion mit Schiebegriff, in die das Ölfass bodennah eingestellt wird. Dank vier hoch belastbarer Rollen – davon die hinteren beiden frei drehbar und mit Feststellbremsen versehen – lässt sich der Trolley inklusive Ölpumpe an jeden gewünschten Ort bewegen.

Viscotroll 70 Ölpumpe mit Fass-Trolley

Der PIUSI Viscotroll 70: Kombination aus Viscomat 70 und Trolley.

Viscotroll 200 Ölpumpe mit Fass-Trolley

Die Fusion aus Trolley und Viscomat 200 heißt Viscotroll 200.

Wir finden mit Ihnen die passende Ölpumpenlösung

Sind Sie sich weiterhin unsicher, welche der beiden Ölpumpen  – oder vielleicht sogar ein völlig andere – für ihre Anwendung die richtige ist, kontaktieren Sie uns für eine Beratung. Rufen Sie an unter  0 25 74 / 88 37 840 oder nutzen unser Kontaktformular für Ihre Anfrage. Gerne verweisen wir auch auf den Blogartikel Welche Arten von Ölpumpen gibt es?, in dem die Funktionsweisen weiterer Pumpenarten wie die der Membranpumpe und Impellerpumpe erklärt werden.