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AdBlue® – unverzichtbar für moderne Diesel

Im Transportgewerbe ist AdBlue® seit mehr als 15 Jahren ein Begriff, gefolgt vom Bauwesen und der Landwirtschaft. Und zwar immer dann, wenn LKW, schwere Baumaschinen sowie Traktoren und Erntemaschinen durch einen Dieselmotor mit SCR-Katalysator angetrieben werden.
Inzwischen besitzen auch junge Diesel-PKW jenen kleinen Zusatztank, in dem die Flüssigkeit eingefüllt werden muss. Denn das 2009 eingeführte AdBlue® sorgt dafür, dass das schädliche Stickoxid in den Dieselabgasen zu ungefährlichem Stickstoff und Wasser umgewandelt wird. Ohne wären die immer strenger werdenden Abgasgrenzwerte gar nicht mehr zu erreichen.

Der MRWL zeigt mit diesem Blogbeitrag Möglichkeiten und Kauftipps auf, wie Sie AdBlue® eigenständig lagern und vertanken können. Denn bis auf Weiteres wird der Stoff für moderne Dieselfahrzeuge unverzichtbar ein. Leider zeichnen sich wie beim Benzin aufgrund von Lieferengpässen große Preissprünge für AdBlue® ab – bis hin zu Warnungen, dass es zu Versorgungslücken kommen wird. Da ist es gut, mit seiner eigenen AdBlue®-Tankanlage vorbereitet zu sein. Ansonsten droht der Stillstand der Fahrzeugflotte.

Woraus besteht AdBlue®?

Im Grunde ist AdBlue® nichts anderes als Harnstofflösung – also eine dem Urin verwandte Flüssigkeit, die im industriellen Maßstab aus Ammoniak und Kohlendioxid hergestellt wird. Damit es der geforderten Qualitätsvorgabe entspricht, wird knapp ein Teil der Harnstofflösung mit zwei Teilen destilliertem Wasser gemischt, sodass die gemäß ISO 22241-1 genormte, 32,5-prozentige Lösung entsteht. Sie wird auch AUS 32 genannt (Aqueous Urea Solution 32 %) – wer außerhalb Deutschlands nachfüllen muss, sollte sich die Abkürzung merken.

Wie das Registered-Trademark-Symbol in AdBlue® schon verrät, unterliegt es einem Markenschutz, weltweit eingetragen vom deutschen Verband der Automobilindustrie (VDA). Wer eine Harnstofflösung herstellen oder Fahrzeugteile mit dem Siegel AdBlue® versehen möchte, muss sich beim VDA einer strengen Kontrolle unterziehen und die entsprechende Lizenz erwerben.

Ist AdBlue® giftig?

AdBlue® ist ein geruchsloses und für die Umwelt unbedenkliches Produkt, das biologisch vollständig abgebaut wird. Dennoch darf man es nicht in hohen Konzentrationen ins Wasser leiten. Ebenso sollte man den direkten Kontakt mit Augen, Haut und Atemwege vermeiden, da es Reizungen auslösen kann. Wer ganz sicher gehen möchte, sollte bei der Arbeit Sicherheitshandschuhe und eine Schutzbrille tragen, weitergehende Körperschutzmaßnahmen sind jedoch nicht erforderlich.
Die Bezeichnung AdBlue® ist übrigens ein werbewirksamer Fantasiename, der eine gedankliche Verbindung zu Sanitärreinigern herstellen sollte. Die Lösung ist allerdings gar nicht blau, sondern absolut farblos.

Wie funktioniert AdBlue®?

AdBlue® ist weder ein eigener Kraftstoff noch wird er diesem unmittelbar zugemischt. Vielmehr wird die Harnstofflösung als Zusatz in einem separaten AdBlue®-Tank mitgeführt und von dort in das Abgasanlage einer Dieselfahrzeugs gespritzt. Der heiße Abgasstrom verwandelt den Harnstoff dann zunächst in Ammoniak und Kohlendioxid. Und dieses Ammoniak reagiert im nachgeschalteten SCR-Katalysator mit dem giftigen Stickoxid, sodass ungiftiger Stickstoff und Wasserdampf den Auspuff verlassen.

Schaubild Funktionsweise AdBlue

Die Kombination aus AdBlue© und dem SCR-Kat sorgt dafür, dass der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) um immerhin 90 % gesenkt wird. Zum einen muss das Dieselfahrzeug also zwingend mit den SCR-Katalysator ausgestattet sein – was bei praktisch allen Modellen der jüngeren Generation der Fall ist.
Zum anderen muss sich immer ausreichend AdBlue® im Zusatztank befinden, da sich der LKW, Bus, Traktor, Bagger oder auch Diesel-PKW sonst nicht mehr starten lässt.

Wo kann ich AdBlue® tanken?

Zwar bieten immer mehr Tankstellen gesonderte Zapfsäulen an, an denen man AdBlue® nachtanken kann. Was für Diesel-PKW jedoch vielleicht praktikabel ist, kann für Unternehmen mit eigenem Fuhrpark keine zufriedenstellende Lösung sein. Ebenso wie bei Dieseltankstellen geht der Trend deshalb zu hauseigenen Lagertanks und Abgabestellen. Je nach Bedarf und Größe lassen sich diese stationär auf dem Unternehmensparkplatz bzw. Hof abstellen oder in der mobilen Version beispielsweise zur Baustelle mitnehmen. Eine eigene AdBlue©-Tankanlage bringt zahlreiche Vorteile mit sich, darunter:

  • eine große Zeitersparnis, da in direkter Nähe zu den Fahrzeugen getankt werden kann
  • je nach Tankgröße dauerhafte Überbrückung eines generellen AdBlue®-Engpasses
  • Kostensteuerung, da während günstiger AdBlue®-Preise eingekauft werden kann

Wenn Sie abschätzen möchten, welche Lagertankgröße Sie benötigen, können Sie bei einem LKW einen AdBlue©-Verbrauch von 5 % des Dieselverbrauchs zugrunde legen. Das entspricht etwa 1,5 Liter pro 100 km. Bei einem PKW kommen Sie mit derselben Menge etwa 1.000 km weit.

Was muss ich bei der AdBlue®-Lagerung beachten?

Zwar ist die Harnstofflösung weder brennbar noch in herkömmlicher Dosis umweltschädlich. Bei größeren Lagermengen ist dennoch darauf zu achten, dass sie nicht auslaufen kann. Um dafür den Boden nicht aufwendig präparieren oder eine Auffangwanne aufstellen zu müssen, haben sich im stationären Bereich doppelwandige AdBlue®-Tanks bewährt. Dabei ist der Lagerbehälter von einer zusätzlichen Hülle umschlossen, die als Auslaufschutz dient.
Gute Beispiele sind der Kingspan BlueMaster® 5.000 Liter oder ultraschmale SlimLine Edge 4.500 Liter. Kleinere Fassungsvermögen von 1.000 bis 2.000 Liter weisen die Roth GetBlue Station und Duraplas AdBlue© Tankanlage auf. Sie alle bringen bereits eine Pumpe sowie ein professionelles Abgabesystem mit, sodass sich die Fahrzeuge direkt befüllen lassen. Genügen Ihnen reine Aufbewahrungstanks, können Sie auch einen Roth Heizöl- und AdBlue-Tank KWT wählen.

 

Kingspan Bluemaster 5000
Kingspan Bluemaster 9000
Kingspan Bluemaster 2300
Kingspan Bluemaster 2500

Auf die AdBlue®-Temperatur kommt es an

Von entscheidender Bedeutung ist immer das Tankmaterial. Tatsächlich greift der Harnstoff Stahl, Eisen, Nickel und Buntmetalle an, weshalb professionelle Lagertanks in aller Regel aus Kunststoff, meist Polyethylen, gefertigt sind. Es ist gegen das Additiv unempfindlich, robust gegen mechanische Belastungen und zudem noch leicht im Gewicht.
Weiterhin schirmt es Sonnenstrahlen ab, was ebenfalls ein wichtiges Kriterium ist. Denn AdBlue® verliert bei direktem Sonnenlicht seine Qualität, was ebenso bei einer Lagerungen in zu heißen oder zu kalten Umgebungen gilt. Die Flüssigkeit sollte eine Temperatur von +30 °C deshalb möglichst nicht überschreiten und den Gefrierpunkt von -11 °C nicht erreichen. Stationäre Lagertanks verfügen deshalb idealerweise über ein Klimatisierungssystem, das die Harnstofftemperatur automatisch in einem optimalen Temperaturbereich hält.
Auch in diesem Punkt erweisen sich die AdBlue©-Tankanlagen von Kingspan wie das Modell BlueMaster 2.500 Liter als vorbildlich. Diese können Sie sogar mit einem Tankmanagement- oder Erfassungssystem inklusive Bildschirm ausgestattet sein, damit man jederzeit über die Abgabedetails informiert ist.

Nicht für die langfristige Lagerung gedacht: mobile AdBlue®-Tanks

Anders verhält es sich bei den mobilen AdBlue®-Tankanlagen, die zwar über eine Isolierung und Belüftung verfügen, jedoch nicht über eine aktive Temperaturregelung. Sie sind aber ohnehin nicht für die dauerhafte Lagerung der Harnstofflösung gedacht, sondern für den zeitnahen Verbrauch beispielsweise auf einer Baustelle oder landwirtschaftlichen Großfläche.
Die Mobiltanks gibt es in unterschiedlichen Bauformen von ganz kleinen Trolleys ab 60 Litern bis hinauf zu 900 Liter-Boxen. Da das AdBlue® meist auch mobil am Einsatzort vertankt wird, besitzen praktisch alle eine integrierte Pumpe sowie Abgabeschläuche mit Zapfpistole. Sollte das AdbBlue® doch einmal gefrieren oder die 30 °C-Marke kurzfristig überschreiten, ist es nicht gleich komplett unbrauchbar – man kann es sogar aufgetaut wieder nutzen. Nur minimiert sich zunehmend die Qualität, ebenso verkürzt sich die Mindesthaltbarkeit von 36 Monaten bei einer 10°C-Lagerung auf beispielsweise 6 Monate bei 35 °C.
Längere Zeit nicht verwendete AdBlue®-Reste aus Mobiltanks sollte man deshalb auch nicht in klimatisierte Hauptlagertanks zurückführen, da sie die Qualität und Haltbarkeit insgesamt  senken. Die aktuelle Konzentration und Qualität einer AdBlue©-Lösung lässt sich dabei mit einem speziellen Refraktometer bestimmen.

Benötigen Sie weitere Informationen oder eine Kaufhilfe für Ihren persönlichen AdBlue©-Lagertank, rufen Sie einfach an oder nutzen unser Kontaktformular. Gerne sind wir Ihnen kostenlos mit einer intensiven Beratung durch unseren Tankexperten behilflich.