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MRWL erklärt: Wie wird ein Dieseltank hergestellt?

 

Während unseres Betriebsausflugs in das polnische Poznań konnten wir einen Blick in die Produktion des Tankherstellers Kingspan werfen und die einzelnen Produktionsschritte vor Ort miterleben.

granulat kuegelchen

Gefertigt werden die einzelnen Produkte aus Polyethylen, also Kunststoff. Das Polyethylen wird in Form eines Granulats beim Kingspan-Werk in Rokietnica angeliefert.

Das Granulat wird im nächsten Arbeitsschritt fein gemahlen. Da im angelieferten Granulat keine Farbstoffe enthalten sind, ist das entstandene Pulver standardmäßig weiß.

gemahlenes granulat
gefaerbtes granulat
granulatbehaelter

Für die Herstellung beispielsweise des Dieseltanks FuelMaster 5.000 Liter (Außenhülle grau) oder der AdBlue® Tankanlage BlueMaster 5.000 Liter (Außenhütte blau) werden zu dem gemahlenen Polyethylen Farbstoffe hinzugeben.

Die einzelnen Kingspan-Produkte wie beispielsweise der Dieseltank FuelMaster 2.500 Liter, die AdBlue® Tankanlage BlueMaster 2.500 Liter, die Kingspan Streugutbehälter oder auch die mobilen Fahrbahnbegrenzungen von Kingspan werden im sogenannten thermoplastischen Rotationsverfahren hergestellt, welches auch als Rotationsschmelzen, Rotationssintern, Rotationsformen, Rotationsguss, Schleuderguss und Pulververfahren bekannt ist. Im Englischen wird das Verfahren Rotomoulding, Roto Mold und Rotational Molding genannt.

1. Befüllen

 

Im ersten Arbeitsschritt wird eine Stahlform für das zu fertigende Produkt mit dem Polyethylen-Pulver oder Granulat gefüllt. Da in den meisten Fällen mit einem gefärbten Pulver gearbeitet wird, ist das Rotationsverfahren auch als Pulververfahren bekannt. Ist die Stahlform befüllt, wird diese mit Bolzen oder Riegeln dicht verschlossen.

Die gefüllte Form wird dann an den Maschinenarm der Rotationsanlage geschraubt. Je nach Größe des Produktes können auch mehrere Formen gleichzeitig rotiert werden. Hierfür werden die Formen dann nicht direkt auf dem Maschinearm geschraubt, sondern auf einen Teller, der dann wiederum am Arm der Rotationsmaschine befestigt wird.

form auf rotationsmaschine

2. Aufheizen

Im nächsten Arbeitsschritt wird der Maschinenarm, an dem eine oder mehrere Stahlformen befestigt sind, in eine Heizkammer geschoben. Hier wird das Polyethylen-Pulver gleichmäßig auf Temperaturen zwischen 200 und 300°C erhitzt. Während des Erhitzens dreht sich sowohl der gesamte Maschinenarm als solcher, als auch der Teller, ohne Pause. Durch die Drehbewegungen verteilt sich das flüssig gewordene Kunststoffpulver im Inneren der Stahlform und haftet am Rand der Form an. Durch weiteres Rotieren der Maschine baut sich im Inneren der Form Schicht für Schicht das jeweilige Produkt als Hohlkörper auf. Bei den mobilen Dieseltanks beträgt die Dicke der Wand am Ende des Rotationsverfahren beispielsweise 6 mm, bei den AdBlue®-Tanks sind die Außenwände 8 mm stark.

3. Abkühlen

Ist der Aufheiz-Prozess beendet, wird der Maschinenarm aus der Heizkammer in eine Kühlkammer geschoben. Auch während des Abkühlens dreht sich der Maschinenarm ohne Pause. In der Kühlkammer wird das zu fertigende Produkt samt Stahlform auf ca. 90°C heruntergekühlt.

4. Produkt aus der Form lösen

Hat das Produkt samt Form eine Temperatur von 90°C erreicht, wird der Maschinenarm aus der Kühlkammer geholt. Die Rotationsbewegung wird gestoppt und die Stahlform geöffnet. Im Anschluss wird der Kunststoff-Hohlkörper aus der Form herausgelöst. Der Maschinearm wird zurückgefahren und wäre im Anschluss bereit für die nächste Befüllung.

5. Fertigstellung

Der Kunststoff-Hohlkörper wird im nächsten Arbeitsschritt mit Hilfe eines Brenners „abgebrannt“. Vor dem Abbrennen ist der Kunststoff matt und trüb. Das Abbrennen verleiht dem Kunststoff seinen typischen Glanz.

unterschied matt glaenzend
fertiger innentank

Im Anschluss an das Abbrennen werden mit Hilfe von Fräsen und Feilen die gewünschten Öffnungen in das Produkt geschnitten.

Bei einem Tank werden anschließend Ventile und Einfüllstutzen in die gefertigten Öffnungen geschraubt, Pumpen und sonstiges Zubehör hinzugefügt und der eigentliche Tank mit der Außenwand verschraubt.

Im Anschluss geht es dann in die Qualitätssicherung. Hier wird dann unter anderem die Dichtigkeit des Tanks getestet. Hat der Tank die Sicherheitstests bestanden, ist er bereit, zum Kunden zu kommen.

fertiger dieseltank